Gemeinsames Lernen und Integration

An unserer Schule liegt das Ziel im ständig andauernden Prozess "Gemeinsames Lernen" in der gesellschaftlichen, für alle Menschen selbstverständlichen Integration von Menschen mit Behinderung. Die soziale und psychische Integration im frühen Lebensalter liefert einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft. Dies verlangt nach einer gemeinsamen Pädagogik, die an unserer Schule die Montessori - Pädagogik darstellt. Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden in einer heterogenen Lerngruppe individuell begleitet. Diese pädagogischen Interventionen schließen Schüler und Eltern mit ein. Ziel ist ein verständnisvoller und achtsamer Umgang miteinander. Bei der Aufnahme an unserer Schule wird im Prinzip keine Behinderungsart ausgeschlossen. Allerdings kann die Aufnahme nur dann stattfinden, wenn die sächlichen und personellen Voraussetzungen für das jeweilige Kind erfüllt werden können. Ausschlaggebend für die Beschulung beim Gemeinsamen Lernen ist, dass das jeweilige Kind in einer jahrgangsgemischten Montessori-Klasse gut gefördert werden kann, was bedeutet, dass es zu selbsttätigem und selbstständigem Lernen geführt wird und mit anderen Kindern kommunizieren kann. Um eine grundsätzliche Selbstständigkeit zu gewährleisten werden Kinder bei Bedarf von einem Integrationshelfer unterstützt. Dieser komplexe integrative Prozess stellt eine große Herausforderung für alle am Gemeinsamen Lernen beteiligten Pädagogen und Schüler dar, zumal die Klassenstärke mit durchschnittlich 27 Kindern pro Klasse sehr hoch ist.

Auf der Grundlage der Montessori - Pädagogik werden an unserer Schule seit über 20 Jahren Kinder mit folgenden Förderschwerpunkten integriert:

◦Lernen

◦Emotionale und soziale Entwicklung

◦Autismus

◦Geistige Entwicklung

◦Hören

◦Körperliche und motorische Entwicklung

◦Sehen

◦Sprache

Die sonderpädagogische Förderung findet statt:

•im Klassenverband

•in Kleingruppen

•in Einzelförderung

Hierfür steht ein extra Förderraum mit individuellen Fördermaterialien zur Verfügung.

Sonderpädagogische Förderung beinhaltet unter der Prämisse „So viel Gemeinsames wie möglich und so viel Einzelförderung wie nötig“ folgendes:

◦Erstellung individueller Arbeitsmaterialien

◦Organisations- und Strukturierungshilfen

◦Hilfe bei der Planung von Handlungsschritten, ggf. Wochenplanerstellung

◦Hilfe bei der Auswahl der Arbeitsmaterialien

◦Wahrnehmungsförderung

◦Förderung der Feinmotorik

◦Konzentrationsförderung

◦Sozial- und Verhaltenstraining

◦Aufbau von partnerschaftlichem Lernen

◦Individuelle Förderung in den Lernbereichen Deutsch, Mathematik und Englisch

◦Sprachförderung

◦Kreativitätsförderung

◦Erstellung von Förderplänen

◦Aufbau von Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl

◦Förderung der Selbstwahrnehmung

◦Schaffung von Schutzräumen

◦Entspannung

◦Psychomotorische Elemente

◦Rhythmik und Bewegung

◦Musikwerkstätten in Kleingruppen, Chor

◦Elternabende für die Eltern der GU-Kinder

◦Sommerfeste

◦Tagesprojekte, Ausflüge mit allen GU-Kindern im Verband

◦Gestaltung des Stundenplans für jedes Kind

◦Diagnostikstunden

◦Individuelle Gespräche mit:

■Eltern

■außerschulischen Institutionen

■Integrationshelfern

 

 

Prinzipien: Die Grundlage der Montessori-Pädagogik hat viele Übereinstimmungen mit den Prinzipien der Sonderpädagogik.

•Sie verknüpft das Lernen und Tun. Das selbsttätige Kind kann einen Handlungs- und Lernprozess ganzheitlich erfahren.

•Das Material lässt viele Variationen und Wiederholungen zu, die beim Schüler mit Behinderung zu mehr Sicherheit und Erfolgserlebnissen führen.

•Die Freiarbeit bietet die Möglichkeit der Individualisierung. Sowohl das Kind mit Behinderung, als auch das (hoch-) begabte Kind erfahren durch die vorbereitete Umgebung keine Über- oder Unterforderung. Jeder kann nach seinem Arbeitstempo arbeiten.

•Die wechselnden Sozialformen (Partner-, Gruppen- und Einzelarbeit) während der Freiarbeit bieten die Möglichkeit Lerninhalte gemeinsam zu bearbeiten.

•Die Selbsttätigkeit und das erfolgsmotivierte Lernen während der Freiarbeit führen bei den Kindern mit Behinderung zu gesteigerter Selbstständigkeit und Sicherheit und fördern schlussfolgernd das Selbstwertgefühl und -bewusstsein.